Tabuisierung von Krankheit als Herausforderung für die kommunale Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Wie Stigmata die Demenzarbeit in ländlichen Kommunen erschweren

Die theoretisch ausgerichtete Forschungsarbeit zeigt die Gründe für eine Tabuisierung bei dementiellen Veränderungen und den Prozess der Stigmatisierung mit all seinen Folgen und Auswirkungen auf die Situation von Menschen mit Demenz, innerhalb des häuslichen Versorgungssettings in der Kommune, auf. Dadurch können mögliche Wirkungsstellen identifiziert werden, an denen der Stigmatisierungsprozess von Menschen mit Demenz durch bestimmte Faktoren des Umfeldes verstärkt wird. Die Thesis wird die konkreten Folgen, die mit den Stigmatisierungsprozessen für Kommunen verbunden sind, verdeutlichen, da durch die Betrachtung der Prozesse, Schnittstellen oder auch Wirkungsstellen und damit Stellschrauben, identifiziert werden, an denen steuernd Einfluss genommen werden kann. Nach der theoretischen Aufarbeitung der Grundlagen aus den Bezugswissenschaften, wird diese Forschungsarbeit aufzeigen, welche strategischen Maßnahmen innerhalb kommunaler Steuerung eingeleitet werden können und müssen, um eine frühzeitige Enttabuisierung und eine Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz, sowie eine Erhöhung der Motivation von Betroffenen und Angehörigen, zur Nutzung frühzeitiger Hilfen, zu bewirken. Die Prüfung der Auswirkungen von Stigmatisierungen auf die Entwicklung sozialer Nachhaltigkeit ist für den kommunalen Versorgungssektor von erheblicher Bedeutung. Die daraus resultierenden Konsequenzen, die speziell für die häusliche Versorgung von Menschen mit Demenz, damit verbunden sind, können wichtige Impulse für sozialpolitische Interventionen geben, welche Faktoren und Bedingungen die gesellschaftliche und persönliche Akzeptanz beeinflussen. Dadurch könnten Enttabuisierungsprozesse gezielt aktiviert werden, um eine gesellschaftliche Akzeptanzsteigerung bezogen auf tabuisierte Krankheitsbereiche zu erreichen. Des Weiteren liefern die Studienergebnisse gegebenenfalls Daten zu bereits vorliegenden Kennzahlen und Indikatoren zur Messbarkeit gesellschaftlicher Stigmatisierungssignale, die eine Veränderung gesellschaftlicher Akzeptanz abbilden können. Diese könnten als Grundlage der Planung weiterer strategischer Steuerungsprozesse Verwendung finden. Zusammenfassend werden mögliche Strategien und Maßnahmen für Kommunen und Initiatoren kommunaler Projekte abgeleitet, um Enttabuisierungsprozesse frühzeitig in die Planung einzubeziehen und deren Verläufe zielgerichteter zu beeinflussen. Dafür werden Argumentationen für kommunale Akteure formuliert, die theoretisch fundierte, auf die kommunale Praxis übertragbare Handlungsoptionen, zur Planung kommunaler Demenzversorgung, im Sinne einer Minimierung von mit Stigmatisierung verbundenen Risiken, liefern. Da das Thema Demenz eines von vielen im Gesundheits- und Sozialbereich darstellt, die mit einer Tabuisierung und Stigmatisierung einhergehen, können die gewonnenen Informationen unter Umständen auch auf andere Bereiche des Pflege- und Gesundheitssektors übertragen werden. 1. Demenzversorgung im Lebensumfeld Kommune Die demographische Entwicklung erfordert den Ausbau neuer Versorgungsstrukturen in allen Städten- und Gemeinden Deutschlands (vgl. Pfaff et al 2017:341f). Damit wird die Lebensraumgestaltung für Menschen mit Demenz als eine neue soziale Dienstleistung stärker als bisher, in kommunale Verantwortung gegeben. Im Rahmen der aktuell durch die Gesundheits- und Familienministerien veröffentlichte „Nationalen Demenzstrategie 2020“ wird die Demenzversorgung zur Pflichtaufgabe für alle Kommunen des Landes (vgl. BMG 2018). Ziel der Strategie soll die gezielte Entwicklung einer demenzfreundlichen Umgebung innerhalb der häuslichen kommunalen Umgebung sein. Dazu wurden durch die Bundesregierung vier Handlungsfelder vorgegeben wurden: - Handlungsfeld 1: Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufbauen - Handlungsfeld 2: Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen - Handlungsfeld 3: Medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz weiterentwickeln - Handlungsfeld 4: Exzellente Grundlagen- und Anwendungsforschung zu Demenz fördern Die Fragestellungen dieser Thesis resultieren aus einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt kommunaler Demenzarbeit[1] (vgl. Endruweit 2017). Ziel des Projektes, welches bereits vor zwei Jahren im Rahmen der Kampagne „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, durch eine bereitgestellte Anschubfinanzierung begann, ist es, die Demenzarbeit nachhaltig innerhalb kommunaler Strukturen zu in einem Ort in ländlicher Region zu enttabuisieren und als langfristigen öffentlichen Auftrag zu verankern (vgl. BMG 2018; BMFSFJ 2014; BMFSFJ 2015a; BMFSFJ 2015b). Durch 500 bundesweit verteilte Projekte sollte die Basis für eine weitere Entwicklung und nachhaltige strategische Implementierung von niederschwelligen Angeboten für Menschen mit Demenz im kommunalen Umfeld geschaffen werden. Nach Abschluss dieser Projekte ergeben die Evaluationen der Projektgruppen sehr deutlich, dass ein Zeitraum von zwei Jahren, der zur Durchführung dieses Auftrages im Vorfeld angedacht war, für viele Akteure zu kurz war, um das Thema Demenz vor Ort in die öffentliche Diskussion zu bringen. Tabuisierungs- und Stigmatisierungsprozesse erschwerten häufig die Arbeit der Akteure oder blockierten weiteren Wandel und damit eine nachhaltige Verstetigung der begonnenen Bemühungen (vgl. Aktion- Demenz e.V.:.2f; Glaeske 2013:95; Pöschel/ Spannhorst 2018:53).

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Strategisches Gesundheitsmanagement auf kommunaler Ebene

Planung eines Großprojektes zur Einrichtung niederschwelliger Betreuungsangebote  im kommunalen Setting.

Wie sollen Kommunen mit den Herausforderungen des demographischen Wandels umgehen? Welche sozialen Projekte sind sinnvoll und wie lassen sie sich effektiv umsetzen?

Eva-Maria Endruweit führt anhand eines kommunalen Projektes schrittweise durch die strategische Projektplanung und gibt damit Einblick in die theoretischen Grundlagen des Projektmanagements. Kern der Arbeit ist die Darstellung und Umsetzung eines konkreten Projektes in einer kleinen Kommune mit unter 5000 Einwohnern – von der Ideenfindung bis zur Konzeptphase. Auf dieser Basis gibt die Autorin Handlungsempfehlungen zur Initiierung von Gesundheits- und Sozialprojekten auf kommunaler Ebene.

 

Immer mehr Menschen sind im Alter auf Betreuung angewiesen und müssen über immer längere Zeiträume pflegerisch versorgt werden. Diese Pflege muss zunehmend in den Familien und in der häuslichen Umgebung geleistet werden. Gerade im ländlichen Raum sind neue Lösungsansätze gefordert, damit pflegebedürftige Menschen weiterhin versorgt werden können, ohne aus ihrer Lebenswelt gerissen zu werden.

Eine Lösung sind niederschwellige, ambulante Betreuungs- und Entlastungsangebote vor Ort. Verantwortlich für die lokale Versorgung und Unterstützung der Menschen sind in diesem Zusammenhang die Länder und Kommunen, was durch das Pflegestärkungsgesetz 3 untermauert wurde. Viele Gemeinden haben jedoch für größere Investitionen keine finanziellen Spielräume. Zudem unterscheiden sich die strukturellen Rahmenbedingungen von Kommune zu Kommune, was ein einheitliches Vorgehen bei der Projektplanung und -durchführung nicht möglich macht. 

 Auch als ebook erhältlich unter: www.grin.de oder www.amazon.de

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Grundlagen für kommunale Demenzversorgung

Zusammenfassung über den Stand der Grundlagenforschung kommunaler Demenzversorgung. Das Buch liefert folgend Strategieempfehlungen für Träger kommunaler Einrichtungen zur Festlegung erster Ziele und weiterer Planungsschritte, um die ersten Weichen für eine demenzfreundliche Kommune zu stellen. Es ermöglicht den Blick auf mögliche Probleme, aber auch auf die lokalen Ressourcen und zeigt damit den Weg auf, um neue Carespektiven einzunehmen. Denn jede Art der Pflege als Prozess beginnt mit einer gründlichen Informationssammlung. Sie ist die Basis für eine erfolgreiche Strukturplanung, im Kleinen, wie im großen Ganzen.

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